Fagus sylvatica
Die Buche

Einzelne Buche mit herbstlich verfärbten Blättern

(Foto: G. Aas)

Im Mitteleuropa zählt die Rot-Buche (Fagus sylvatica) zu den wichtigsten Baumarten. Aufgrund ihrer Schattentoleranz dominiert sie in Bayern auf einem Großteil der Waldstandort die natürliche Waldgesellschaft. Im Rahmen des auch durch den Klimawandel bedingten Waldumbaus wird die Buche als wichtige Mischbaumart eine entscheidende Rolle einnehmen. Ihr Holz ist vielseitig einsetzbar und verdient eine stärkere Beachtung auf dem Holzmarkt.

Die Buche ist eine sommergrüne Baumart, die in Bayern Höhen zwischen 30 und 35 Metern erreicht (maximal bis zu 45 Metern). Ihre natürliche Altersgrenze liegt bei 250 bis 300 Jahren. Die Blätter der Buche sind eiförmig, ganzrandig, kurz zugespitzt, glänzend und am Rand leicht wellig. Typisch ist die glatte, silbergraue Rinde.

Die Früchte der Buche sind die Bucheckern. Sie sind dreikantige, glänzend-braune Nüsse. Bucheckern reifen in einer stachligen Hülle (Cupula genannt), die sich in 4 Klappen öffnet. Die Buche verfügt über ein tiefgehendes Herzwurzelsystem.

Ansprüche der Buche

Die Buche hat in Deutschland ein sehr breites Standortspektrum. Sie meidet jedoch Extremstandorte und findet auf frischen, tiefgründigen Böden mit mittlerer Nährstoffversorgung bei 600 bis 700 mm Jahresniederschlag ihr Optimum.
Die Ansprüche im Einzelnen
  • Licht
    • schattentolerante Baumart
    • besteht unter starker Beschirmung
    • kann über Jahre geduldig auf bessere Lichtverhältnisse warten
  • Wasser
    • keine großen Ansprüche
    • trocken bis wechselfeucht
    • keine Überschwemmungen und sehr hoch anstehende Grundwasserspiegel
  • Boden
    • hohe Standortsamplitude
    • sauer bis alkalisch
    • keine dichten tonigen Böden
  • Klima
    • Gemäßigte bis warm gemäßigte Klimazone
    • keine monatelangen Trockenphasen

Bildergalerie

Wald aus Buchen im Frühjahr

Buchenwald
(Foto: J. Böhm)

Zweig einer Buche mit mehreren Blättern

Blätter der Buche
(Foto: G. Aas)

Zweig einer Buche mit Bucheckern

Bucheckern
(Foto: G. Aas)

Rinde einer Buche

Rinde der Buche
(Foto: M. Maushake)

Waldbauliche Behandlung

Die Buche ist äußerst konkurrenzstark. Ihre starke Schattenverträglichkeit lässt sie auch unter dem Schirm der Altbäume gut aufwachsen. Sie ist sehr gut für eine Naturverjüngung in einem zuvor aufgelockerten Bestand geeignet. Bei der Verjüngung von Mischbeständen schaffen differenzierte Verfahren (zum Beispiel Femelschläge) unterschiedliche Bedingungen auf der Fläche und geben neben der Buche auch den lichtbedürftigen Mischbaumarten die Chance, sich durchzusetzen.

In der Plenterwaldbewirtschaftung hat sich die Buche seit Jahrhunderten bewährt. Im Mittel liefert sie einen Zuwachs von sechs bis zwölf Festmetern pro Hektar im Jahr und kann bei guter Pflege astfreie Schäfte von Wertholzqualität erreichen. Die Buche aktiviert den Nährstoffkreislauf des Bodens und verbessert durch ihr gut zersetzbares Laub und ihre tiefen Wurzeln den Boden. Sie wird daher auch Mutter des Waldes genannt.

Gefahren für die Buche

Eine Vielzahl von Organismen nutzt die Buche als Lebensraum. Dennoch sind kaum großflächige Schädigungen an Buchenwäldern bekannt. Zu Schäden kommt es an Buchen hauptsächlich nach Stress durch Trockenheit. Dann können verschiedene Pilze die Buche schädigen. Lediglich gegenüber Spätfrösten zeigt sich die Buche anfällig. Eine Pflanzung auf der Freifläche sollte daher möglichst vermieden werden. Im hohen Alter sind Buchen anfällig gegenüber verschiedenen Holzfäuleerregern, die das Holz vor allem wirtschaftlich entwerten.

Gefahren für den Wald und mögliche Schäden

Klimaaussichten

Die Buche ist als Mischbaumart im Klimawandel unverzichtbar. Im Vergleich zu anderen Baumarten erträgt sie eine begrenzte sommerliche Trockenheit gut. Für die wenigsten Wuchsgebiete in Bayern werden bei der Buche klimabedingte Risiken erwartet.

Der Wald in Zeiten des Klimawandels

Holznutzung

Das Holz der Buche zeichnet sich durch seine vielseitige Verwendung aus. Gut getrocknet ist Buchenholz ein hervorragender Brennstoff, der schon seit Generationen geschätzt wird. Aber auch in der holzverarbeitenden Industrie findet gutes Buchenholz immer mehr Verwendung.

Ohne ausreichende Behandlung ist es zwar nicht für den Außeneinsatz geeignet, findet aber vielseitige Verwendung im Möbel- und Treppenbau oder als Bodenbelag. Neuste Entwicklungen, so zum Beispiel als Buchenbrettschichtholzträger oder Buchenfurnierschichtholz, lassen weitere Einsatzmöglichkeiten im Baugewerbe zu.

Der Holzmarkt – von regional bis global

Hätten Sie es gewusst?

Buchenholz kann als Treibstoff für Fahrzeuge eingesetzt werden. Mit Hilfe eines Holzvergasers wird ein brennbares Gas erzeugt, welches in normalen Verbrennungsmotoren als Treibstoffersatz genutzt werden kann.

Das Wort Buchstabe und Buch leiten sich wahrscheinlich vom Wort Buche ab. Früher wurden germanische Runenzeichen in Buchenstäbe geritzt und auch Gutenbergs erste Lettern zum Buchdruck sollen aus Buchenholz gewesen sein.

Buchenasche wurde wegen seines großen Pottascheanteils bevorzugt zur Herstellung von Waschlauge verwendet.

Frische Buchenblätter sind zu Likörherstellung geeignet.

Buchenholz eignet sich wegen seiner starken Glutbildung hervorragend als Brennholz und zur Herstellung von Holzkohle.

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Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförster/innen helfen bei Fragen zur Baumartenwahl gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können auch Sie schnell Ihren zuständigen Förster finden.  

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