Larix decidua
Die Lärche

Goldgelbgefärbte Lärche an einem Weg im Gebirge

(Foto: G. Aas)

Die Lärche ist die einzige heimische Baumart, die ihre Nadeln im Herbst abwirft. Sie ist an ein kontinentales Klima mit sehr kalten Wintern und heißen trockenen Sommern angepasst. Sie ist weitgehend frostfest, sturmfest und schneebruchsicher. Natürlicherweise kommt sie vor allem in den höheren Berglagen vor, wird aber auch im Flachland als Mischbaumart in der Forstwirtschaft eingesetzt. Das Holz der Lärche zählt neben dem der Eibe zu den schwersten und härtesten heimischen Nadelhölzern.

Lärchen können bis zu 1000 Jahre alt und über 50 Meter hoch werden. Die kurzen Nadeln stehen in Büscheln von 20 bis 50 Nadeln und werden zum Schutz vor winterlichem Vertrocknen abgeworfen. Spektakulär ist ihre Goldfärbung im Herbst.

Die Zapfen sind rundlich und nur wenige Zentimeter groß. Sie verbleiben über mehrere Jahre am Baum und sind an den Ästen hintereinander aufgereiht. Die Rinde der Lärche ist im Alter tiefgefurcht, graubraun mit typischen rotbraunen Schuppen und bis zu 10 Zentimeter dick.

Im Boden verankert der Baum sich mit einem Herzwurzelsystem, das bis in eine Tiefe von 2,5 Metern reichen kann. Aufgrund ihres hohen Harzgehaltes heilt die Lärche Verletzungen an Stamm und Wurzel leicht aus.

Ansprüche der Lärche

Im Gegensatz zu ihren geringen Ansprüchen an die Wasser- und Nährstoffversorgung erträgt sie nur sehr wenig Schatten - weder von oben noch von der Seite. Als Baumart des Hochgebirges kommt sie auch mit starken Frösten zurecht.
Die Ansprüche im Einzelnen
  • Licht
    • Lichtbaumart
    • erträgt nur sehr wenig Schatten
  • Wasser
    • keine besonderen Ansprüche
    • keine sehr trockeneren oder staunassen Böden
  • Boden
    • tiefgründige, lockere und frische Böden
    • keine besonderen Nährstoffansprüche
  • Klima
    • frosthart bis - 40 Grad Celsius
    • wenig empfindlich gegenüber Trockenheit
    • luftfeuchte Lagen mit viel Nebel eher ungünstig

Bildergalerie

Lärchen im einem Waldbestand

Lärchen im Bestand
(Foto: J. Böhm)

Ast mit Nadeln der Lärche

Zweig der Lärche
(Foto: G. Aas)

Zapfen und Blüten an einem Lärchenzweig (2 Bilder)

Zapfen und Blüten
der Lärche
(Foto: G. Aas)

Rinde der Lärche

Rinde der Lärche
(Foto: J. Böhm)

Waldbau

Die Lärche ist eine typische Baumart des Hochgebirges. Sie ist eine Pionierbaumart, die sich gerne dort ansiedelt, wo sie wenig Konkurrenz anderer Bäume zu fürchten hat: auf Blockschutthalden, Gletscherrückzugsgebieten oder am Rande von Lawinengassen. Sie benötigt immer einen „freien Kopf“, verträgt keinerlei seitliche Einengung und Beschattung.

Die Lärche ist als Ergänzungspflanzung vor allem zur Buche geeignet, gerne auf Geländeerhebungen, wo sie einen natürlichen Vorteil hat. Nach starkem Wachstum in der Jugend muss ihr später im Rahmen von Pflege und Durchforstung immer der notwendige Raum gegeben werden, damit sie nicht verkümmert.

Gefahren für die Lärche

Grundsätzlich ist die Lärche eine robuste Baumart. In Lagen mit hoher Luftfeuchte ist die Lärche anfällig gegenüber Lärchenkrebs und verschiedenen Nadelpilzen. Auch Bakterien können außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes der Lärche schädigen und zu Wuchsdeformationen führen.

Die Nadeln können von der Lärchenminiermotte befallen werden. Geschwächte Bäume sind dann auch durch Lärchenbock und Lärchenborkenkäfer gefährdet. In Pflanzungen mit Lärche kann der Große braune Rüsselkäfer auftreten. Gerne fegt der Rehbock sein frisches Gehörn an jungen Lärchen und verletzt dabei deren Rinde.

Gefahren für den Wald und mögliche Schäden

Klimaaussichten

Mit dem anstehenden Klimawandel wird die Lärche als Baum der Gebirgslagen weniger gut zurechtkommen. Ihr Anbaugebiet wird sich durch die wärmeren und feuchteren Winter weiter eingrenzen.

Der Wald in Zeiten des Klimawandels

Holznutzung

Lärchenholz ist eines der härtesten und dauerhaftesten heimischen Hölzer und eignet sich wegen seines hohen Harzgehaltes und der daraus resultierenden Dauerhaftigkeit hervorragend für den Außenbereich. Zäune, Fassaden, Dachschindeln, Spielgeräte für den Außenbereich, Gartenmöbel, oder auch Bauten im Wasser werden aus Lärchenholz gefertigt.

Als Bau- und Konstruktionsholz wird Lärchenholz beispielsweise für Brücken oder Wand- und Deckenkonstruktionen verwendet. Durch seine ausgezeichnete Härte und Beständigkeit gegenüber Chemikalien ist es auch für die Herstellung von stark beanspruchtem Industrieparkett ein gern verwendeter Werkstoff.

Der Holzmarkt – von regional bis global

Hätten Sie es gewusst?

Ähnlich wie bei der Kiefer wird das Harz der Lärchen für chemische und medizinische Zwecke genutzt. Das Terpentin aus Lärche wird dabei sogar hochwertiger als das von Kiefern eingeschätzt.

Durch die Ausweitung von Weideflächen in den Wald entstanden im Hochgebirge die sogenannten Lärchenwiesen mit einzelnen Baumgruppen. Diese Wiesen ermöglichen auf gleicher Fläche die Nutzung als Viehweide mit den Lärchen als Schattenspendern und die Produktion von Lärchenholz.

In den Zentral- und Ostalpen bildet die Lärche (oftmals gemeinsam mit anderen Baumarten) die Baumgrenze. Dabei kann sie noch in Höhen bis zu 2500 Höhenmetern angetroffen werden.

Die Lärche wurde im Alpenraum gern als Haus- oder Schutzbaum gepflanzt. Ihr wird nachgesagt, böse Geister und Feen vertreiben zu können.

Die wohl ältesten Lärchen stehen im Ultental in Südtirol - die dickste Lärche hat einen Umfang von über acht Metern und sie sollen an die 2000 Jahre alt sein.

Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförster/innen helfen bei Fragen zur Baumartenwahl gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können auch Sie schnell Ihren zuständigen Förster finden.  

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